Vorerkrankungen und private Krankenversicherung (PKV) 2026

Wer in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln möchte, stößt schnell auf eine zentrale Frage: Was passiert bei Vorerkrankungen? Viele Interessenten befürchten eine Ablehnung oder hohe Risikozuschläge. Doch: Eine Vorerkrankung bedeutet nicht automatisch das Aus für die PKV. Entscheidend ist, welche Diagnose vorliegt, wie lange sie zurückliegt und wie sie bewertet wird.

In diesem Ratgeber erfahren Sie,

✔ was als Vorerkrankung gilt

✔ wie die Gesundheitsprüfung funktioniert

✔ wann Zuschläge oder Ausschlüsse drohen

✔ und welche Strategien Ihre Annahmechancen deutlich verbessern

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Das Wichtigste auf einen Blick

Vorerkrankung ≠ automatisch Ablehnung – viele Versicherer akzeptieren Antragsteller mit Zuschlägen oder Leistungsausschlüssen.

Gesundheitsprüfung erforderlich – Risiko wird anhand Diagnose, Dauer und Rückfallwahrscheinlichkeit bewertet.

Mögliche Entscheidungen:

  • Normale Annahme (kein Zuschlag)
  • Risikozuschlag (meist 10–50 %)
  • Leistungsausschluss (bestimmte Erkrankungen werden ausgeschlossen)
  • Ablehnung (kein Vertragsabschluss)

Besonders sensible Bereiche: psychische Erkrankungen, chronische Erkrankungen, laufende Medikation.

Strategien zur Annahme:

  1. Anonyme Voranfrage durchführen
  2. Arztunterlagen vollständig prüfen
  3. Mehrere Anbieter vergleichen
  4. Spezialtarife nutzen

Fehler vermeiden: unvollständige Angaben, fehlende Diagnosen, sofortiger Antrag ohne Prüfung.

  • Mit unserem kostenlosen Vergleichsrechner, kannst du die Angebote zur privaten Krankenversicherung direkt mit einem Sachbearbeiter vergleichen lassen.

Was gilt als Vorerkrankung?

Als Vorerkrankung zählen alle gesundheitlichen Behandlungen, Diagnosen oder Beschwerden, die im Antragszeitraum abgefragt werden. Je nach Versicherer betrifft das meist:

  • Ambulante Behandlungen der letzten 3–5 Jahre
  • Stationäre Aufenthalte der letzten 5–10 Jahre
  • Psychotherapeutische Behandlungen
  • Chronische Erkrankungen
  • Laufende Medikation

Typische Beispiele:

  • Rückenbeschwerden oder Bandscheibenvorfälle
  • Allergien oder Asthma
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Depressionen oder Angststörungen

Wichtig: Auch vermeintlich „kleine“ Diagnosen können relevant sein, wenn sie dokumentiert wurden.

Wie funktioniert die Gesundheitsprüfung?

Vor Vertragsabschluss müssen Antragsteller Gesundheitsfragen beantworten. Diese basieren auf ärztlichen Dokumentationen und Diagnoseschlüsseln.

  • Der Versicherer prüft anschließend:
  • Besteht ein erhöhtes Kostenrisiko?
  • Ist die Erkrankung abgeschlossen oder chronisch?
  • Wie hoch ist die Rückfallwahrscheinlichkeit?

Auf Basis dieser Risikoprüfung gibt es vier mögliche Entscheidungen:

 

Entscheidung Bedeutung
Normale Annahme Vertrag ohne Einschränkung
Risikozuschlag Höherer Beitrag (z. B. +20 %)
Leistungsausschluss Bestimmte Erkrankung wird ausgeschlossen
Ablehnung Kein Vertragsabschluss möglich

Wann drohen Risikozuschläge?

Ein Risikozuschlag wird erhoben, wenn ein statistisch erhöhtes Behandlungsrisiko besteht – die Erkrankung aber nicht gravierend genug für eine Ablehnung ist.

Beispiele:

  • Chronische Rückenschmerzen
  • Erhöhter BMI
  • Bluthochdruck mit Medikation
  • Frühere psychische Behandlung

Der Zuschlag liegt meist zwischen 10 % und 50 %, abhängig vom individuellen Risiko.

Ablehnung wegen Vorerkrankung – was nun?

Selbst bei Ablehnung gibt es Alternativen:

✔ Anonyme Risikovoranfrage

Dabei werden Gesundheitsdaten ohne Namensnennung bei mehreren Versicherern geprüft. So erfahren Sie vorab, welche Gesellschaft Sie zu welchen Konditionen aufnehmen würde.

✔ Tarifwechsel innerhalb der GKV prüfen

Manchmal ist ein strategischer Zwischenschritt sinnvoll.

✔ Spezielle Tarife mit vereinfachter Gesundheitsprüfung

Für bestimmte Berufsgruppen oder Aktionen gibt es reduzierte Gesundheitsfragen.

👉 KK24 empfiehlt immer eine anonyme Vorprüfung, bevor ein offizieller Antrag gestellt wird.

Besonders sensible Bereiche: Psychotherapie & chronische Erkrankungen

Psychotherapeutische Behandlungen sind häufig ein kritischer Punkt. Viele Versicherer prüfen hier besonders streng.

Entscheidend sind:

  • Dauer der Behandlung
  • Zeitpunkt (wie lange her?)
  • Diagnose (z. B. Anpassungsstörung vs. schwere Depression)
  • Abschlussbericht

Auch chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose führen oft zu Risikozuschlägen oder Einschränkungen – sind aber nicht automatisch ein Ausschlusskriterium.

Häufige Fehler bei PKV-Anträgen

❌ Gesundheitsfragen unvollständig beantworten

❌ Diagnosen „vergessen“

❌ Ohne Vorprüfung direkt Antrag stellen

❌ Arztunterlagen nicht vorher anfordern

Wichtig: Falschangaben können später zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

So erhöhen Sie Ihre Annahmechancen

  1. Vor Antrag alle Arztunterlagen anfordern
  2. Diagnosen medizinisch korrekt einordnen lassen
  3. Anonyme Risikovoranfrage durchführen
  4. Mehrere Anbieter vergleichen
  5. Spezialisten für PKV-Risikoprüfung einschalten

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FAQ – Vorerkrankungen & PKV

Muss ich jede Kleinigkeit angeben?
Ja. Entscheidend ist der abgefragte Zeitraum im Antrag.

Werden alte Diagnosen automatisch berücksichtigt?
Nur innerhalb des abgefragten Zeitraums – außer es handelt sich um chronische Erkrankungen.

Kann ein Risikozuschlag später entfallen?
Ja, wenn sich der Gesundheitszustand dauerhaft verbessert.

Ist ein Wechsel trotz Vorerkrankung sinnvoll?
Das hängt von Beitrag, Zuschlag und Leistungsumfang ab – eine individuelle Prüfung ist entscheidend.

Fazit: Vorerkrankung heißt nicht automatisch Ablehnung

Viele Interessenten unterschätzen ihre Chancen oder stellen vorschnell einen Antrag. Mit der richtigen Strategie – insbesondere einer anonymen Voranfrage – lassen sich die Erfolgsaussichten erheblich steigern.

Gerade 2026 mit weiter steigenden GKV-Beiträgen lohnt sich eine professionelle Prüfung.

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