Beitragsanpassung private Krankenversicherung

Beitragsanpassung private Krankenversicherung

Beitragsanpassung private Krankenversicherung? Diese Frage stellen sich die meisten Versicherten, wenn Ihre private Krankenversicherung die Beiträge anpasst hat. Ihre private Krankenversicherung hat die Beiträge angepasst und Sie fragen sich was Sie jetzt machen können? Lesen Sie diesen kurzen Artikel und erfahren Sie mehr dazu.

Die private Krankenversicherung muss nach dem Versicherungsaufsichts- und Versicherungsvertragsgesetz Ihre Prämien mindestens jährlich überprüfen.

Versicherungsunternehmen, die die substitutive Krankenversicherung betreiben, haben gem. § 156 VAG einen Verantwortlichen Aktuar zu bestellen. Dieser muss sicherstellen, dass bei der Berechnung der Prämien und der versicherungstechnischen Rückstellungen im Sinne […] des Handelsgesetzbuches beachtet werden […]. Die Prämien sind gem. § 146 Abs. 1 VAG, auf versicherungsmathematischen Grundlagen unter Zugrundelegung von Wahrscheinlichkeitstafeln und anderen einschlägigen statistischen Daten zu berechnen […]. Unter anderem muss ein Rechnungszins Einzug in die Tarifkalkulation finden und darüber hinaus Altersrückstellungen gem. § 341 f HGB gebildet werden. Demnach sind gem. § 341 f Abs. 3, in der Krankenversicherung die nach Art der Lebensversicherung betrieben wird, als Deckungsrückstellung eine Altersrückstellung für die Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen zu bilden.

Die Rechnungsgrundlagen gem. § 2 Abs. 1 KVAV sind, der Rechnungszins, die Ausscheideordnung, die Kopfschäden, der Sicherheitszuschlag, die sonstigen Zuschläge und die Übertrittwahrscheinlichkeiten zur Berechnung des Übertragungswertes. Die Veränderung des Rechnungszinses, hat auf die Auslösenden Faktoren keinen Einfluss. Gem. § 155 Abs. 3 ff VAG werden für eine Beitragsanpassung u.a. die kalkulierten Leistungen und die Sterbewahrscheinlichkeiten beachtet, sodass hier vertieft auf die Kopfschäden eingegangen wird. Kopfschäden sind gem. § 6 KVAV, die im Beobachtungszeitraum auf einen Versicherten entfallenden durchschnittlichen Versicherungsleistungen […]. Ergeben sich durch das Versicherungstechnische Risiko Abweichungen bei den kalkulierten Leistungen, müssen diese überprüft und ggf. angepasst werden. Als versicherungstechnisches Risiko wird die Unsicherheit über das Ergebnis bzw. den Verlauf eines Risikogeschäfts verstanden werden.

Auslösende Faktoren – Beitragsanpassung private Krankenversicherung

Gem. § 155 Abs. 3 VAG hat ein Versicherungsunternehmen für jeden nach der Art der Lebensversicherung kalkulierten Tarif mindestens jährlich die erforderlichen mit den kalkulierten Leistungen zu vergleichen. Ergibt sich aus der Gegenüberstellung für einen Tarif von mehr als 10 Prozent, hat das Versicherungsunternehmen alle Prämien dieses Tarifs zu überprüfen. Sollte die Abweichung nicht als vorübergehend anzusehen sein, muss dieser mit Zustimmung des Treuhänders angepasst werden.

 

Ursache (Inflation) – Beitragsanpassung private Krankenversicherung

Unter Inflation, auch Verbraucherpreisindex genannt, ist ein anhaltender Prozess der Geldentwertung zu verstehen, der sich durch allgemeine Preissteigerungen bemerkbar macht. Dies hat zur Folge, dass mit einer Geldeinheit ständiger weniger eingekauft werden kann und sich daraus resultierend die Kaufkraft des Geldes vermindert. Zur Berechnung der Inflation wird ein Warenkorb von 650 Güterarten gebildet, denen private Haushalte in Deutschland kaufen. Die Gewichtung der einzelnen Güterarten in den Gesamtindex regelt das Wägungsschema.

Der aktuelle Verbraucherpreisindex im Oktober 2022 beträgt im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 10,4 Prozent. Die Ursachen der aktuellen Inflation liegen u.a. anderem an den Sondereffekten infolge der Kriegs- und Krisensituation in der Ukraine. Die Preise für Energieprodukte lagen im Oktober 2022, um 43 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Gegenzug um 20,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Durch die gestiegene Inflation kann es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen. Dies bezeichnet einen wechselseitigen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Löhne als Folge von Preiserhöhungen. Die gestiegenen Produktionskosten infolge der Lohnerhöhungen können von den Unternehmen durch Preissteigerungen wieder weitergegeben werden (Preis-Lohn-Spirale). In der Krankenversicherung schlägt die Inflation erst mit einer Verzögerung ein. Diese gestiegenen Kosten haben Einfluss auf die medizinische Inflation.

 

Medizinische Inflation – Beitragsanpassung private Krankenversicherung

Die medizinische Inflation beschreibt die Teuerungsraten in der privaten Krankenversicherung u.a. durch die Zunahme der Behandlungskosten im ambulanten und stationären Bereich, sowie die Kosten für Medikamente und Behandlungsmaterialien. Dies umfasst wie bereits erläutert u.a. auch Steigerungen der Löhne/Gehälter (Lohn-Preis-Spirale) und höhere Produktionskosten (Preis-Lohn-Spirale).

Weitere Kostentreiber ist der medizinisch-technische Fortschritt. „Der medizinisch-technische Fortschritt beschreibt zunächst die Anwendung neuen Wissens und neuer Methoden zur Verbesserung von medizinischen bzw. medizinisch-technischen Produkten […].“ Die Entwicklung und Innovation von Medizintechnologie, umfasst sehr viele verschiedene Bereiche. Als Beispiele können angeführt die minimalinvasive Chirurgie, die Lasertechnik, diagnostische und computerassistierte Verfahren wie die Computer-tomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) werden.

Daraus resultierend werden bestehend Gesundheitsgüter- und Dienstleistungen verbessert oder durch neue ersetzt. Dabei kann zwischen Produkt-, Prozess- und Strukturinnovationen differenziert werden. Unter Produktinnovationen werden z. B. neue Arzneimittel und medizinische Geräte klassifiziert. Prozessinnovationen beinhalten Veränderungen z. B. in den Abläufen von operativen Verfahren und den Einsatz von Telemonitoring. Unter Telemonitoring versteht man die Kontrolle und Auswertung von wichtigen Gesundheitswerten aus der Ferne.“ Darunter zählen z. B. Blutdruck, Puls, Blutzuckerspiegel etc.

Unter Strukturinnovationen sind Veränderungen in den Gesundheitsstrukturen zu verstehen, wie z. B. Reformen des Gesundheitswesens. Ein weiteres Beispiel für die Weiterentwicklung von Hilfsmitteln sind neue Blutzuckermessegeräte für Diabetiker. Diese können, durch einen unter der Haut platzierten Sensor, eine kontinuierliche Glukoseüberwachung ermöglichen und so bei zu hohen oder zu niedrigen Werten Alarm schlagen.

Der Begriff der Gesundheitsausgaben bezieht sich auf den direkten Abfluss von Zahlungsmitteln Dazu zählen alle öffentlichen und privaten Ausgaben für alle Güter und Dienstleistungen im Gesundheitsbereich, als auch Investitionen im stationären Bereich. Der ambulante Bereich zählt nicht zu den Gesundheitsausgaben, da dies methodisch schwer zu erfassen ist

Die Gesundheitsausgaben aller Ausgabenträger sind von ca. Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 465 Milliarden Euro angestiegen. Abgeleitet für die private Krankenversicherung sind die Kosten von ca. 33 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf ca. 36 Milliarden Euro im Jahr 2021 angestiegen. Umgerechnet bedeutet dies einen Anstieg der Kosten um ca. 9 Prozent auf umgerechnet vier Jahre. Pro Jahr weist dies eine Steigerung der Gesundheitsausgaben von ca. 2,25 Prozent aus. Wie bereits bei den Kalkulationsgrundlagen beschrieben, muss das Versicherungsunternehmen jährlich gem. § 155 Abs. 3 VAG bei einer Abweichung von mehr als 10 Prozent die Tarife überprüfen. Sollte die die Abweichung nicht als vorübergehend anzusehen sein, müssen diese angepasst werden.

Die aktuelle Inflation und die daraus resultierende medizinische Inflation trägt durch Ihre Preissteigerungen dazu bei, dass die kalkulierten mit den tatsächlichen Leistungen für die private Krankenversicherung abweichen können. Die medizinische Inflation wird u. a. durch Zunahme der Behandlungskosten im ambulanten und stationären Bereich, sowie die Kosten für Medikamente und Behandlungsmaterialien verschärft.

Durch die gestiegene Inflation kann es zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen. Die gestiegenen Produktionskosten infolge der Lohnerhöhungen können von den Unternehmen durch Preissteigerungen wieder weitergegeben werden (Preis-Lohn-Spirale). Dies trägt dazu bei, dass die Rechnungsgrundlagen der privaten Krankenversicherung hinsichtlich ihrer Kalkulation im Bereich der Kopfschäden abweichen können. Gemäß den aktuellen Versicherungsbedingungen, als auch durch die gesetzlichen Vorgaben, muss bei einer Abweichung von mehr als 10 Prozent bzw. 5 Prozent vertraglich vereinbart, kann eine Beitragsanpassung erfolgen.

 

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